
Luigi Cherubini
Messe Nr.1 F-Dur „Cäcilienmesse“ für drei Soli, Chor und Orchester
Messe Nr. 4 C-Dur für acht Soli, Chor und Orchester
Chor und Orchester der Dreifaltigkeitskirche
Wiesbaden Ltg: Gabriele Bamberger
„Die Ersteinspielung
von Cherubinis C-Dur Messe stellt ebenso wie die der Cäcilienmesse einen bedeutenden
Schritt dar, auf die heute zu Unrecht nahezu vergessene Kirchenmusik dieses Komponisten
hinzuweisen. Nach der öffentlichen Wiederaufführung, die dieser Aufnahme zugrunde
liegt, schrieb die Kritik: „Unverständlich, daß ein solches Werk in Vergessenheit
geraten konnte“. Schon Robert Schumann schrieb 1837 begeistert: „...eines der
Werke, von denen der Buchstabe auch nicht einen entfernten Begriff beibringen
kann. Nenne man es hochkirchlich, wundersam, so sind dies noch alles keine rechten
Worte für den Eindruck, den es im ganzen, aber besonders in einzelnen wie aus
den Wolken klingenden Stellen macht, wo es einen schaurig überläuft; ja was selbst
weltlich, kurios, beinahe bühnenartig klingt, gehört wie der Weihrauch zum katholischen
Zeremoniell und wirkt auf die Phantasie, daß man den ganzen Pomp eines solchen
Gottesdienstes vor sich zu haben glaubt.“ „Instrumentale Farbigkeit, harmonisches
Feingefühl und plastische Bildkraft zeigen Cherubini als niveauvollen und kühnen
Zeitgenossen der bürgerlichen Revolution. Beiden Werken gemeinsam ist gleichwohl
ein Zug zur „Größe“, gewissermaßen ein Kollektiv-Pathos, wie es seit Händels Oratorien
nicht mehr in der Kirchenmusik vorkam. Das hier gebotene ist fürs Repertoire allemal
interessanter als die x-te »Schöpfung« oder »Johannispassion«“. FRANKFURTER RUNDSCHAU
„Die Gestaltung und der Umfang der Messe lassen daher durchaus den wiederholt
geäußerten Schluß zu, das Werk habe in den genannten Aspekten für Beethovens Missa
solemnis als Modell gedient, was historisch wie psychologisch ja durchaus möglich
ist.“ FONO FORUM